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KRANKEN- UND UNFALLVERSICHERUNGEN Dienstag 30.11.2010
Pro und Contra: Wechsel in die private Krankenversicherung
Die Bundesregierung hat entschieden, dass angestellte Versicherte künftig leichter von der gesetzlichen in die private Krankenkasse wechseln können. War es bisher nötig, in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze nachzuweisen, reicht ab sofort ein Jahr.
Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, in der alle Mitglieder den gleichen Beitrag entrichten müssen, hängt die Prämie bei der privaten von verschiedenen Faktoren ab. Sie errechnet sich aus dem gewählten Tarif sowie Gesundheitszustand, Alter und Geschlecht des Versicherten. Je jünger und gesünder der Wechsler ist, desto niedriger ist sein monatlicher Beitrag. Wer viele Vorerkrankungen oder chronische Krankheiten hat, muss damit rechnen, dass die Krankenkasse ihn ablehnen kann.
Gutverdienende, gesunde Singles oder Paare ohne Kinder können bei einem Wechsel Geld sparen. Anders sieht es oft bei Familien oder Paaren mit Kinderwunsch aus. Diese sollten einen Übertritt in die private Krankenkasse gut überdenken, denn hier muss für jedes versicherte Mitglied bezahlt werden – in der gesetzlichen Krankenkasse sind Kinder und Ehepartner in der Regel kostenlos mitversichert.
Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Versorgung ist nicht so einfach: Als festangestellter Arbeitnehmer muss man ein Jahreseinkommen von unter € 49.950 nachweisen (Versicherungspflichtgrenze), um sich zurückstufen zu lassen. Sollte man in den folgenden Jahren wieder mehr verdienen, besteht die Möglichkeit, als freiwilliges Mitglied versichert zu bleiben. Noch komplizierter ist es für Freiberufler und Selbständige, ohne Nachweis einer festen Anstellung gibt es hier keine Chance.
Zum Schluss sei angemerkt, dass auch die Beitragsentwicklung der privaten Krankenversicherung nicht außer Acht gelassen werden sollte. Durchschnittlich steigen die Prämien jährlich um fünf Prozent, da die Krankenkassen Kostensteigerungen direkt auf ihre Mitglieder umlegen. Ein Ende dieser Entwicklung ist derzeit nicht abzusehen.
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